Saalbahnhof

Stadtdokumentation Jena

 

Geschichte

1874 wurde die Station auf der Strecke Großheringen - Saalfeld in Betrieb genommen und war bis zur Einweihung des neuen Bahnhofs Jena-Paradies 1999 der wichtigste Fernverkehrshalt in Jena.

Das Empfangsgebäude des Saalbahnhofs, einschließlich seiner bauzeitlichen wandfesten Ausstattung, der Innengestaltung der Schalterhalle von Kurt Hanf und der Gaststätte sowie des Wandbilds in der von der Halle ausgehenden Unterführung wurden aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen als Kulturdenkmale vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in das Denkmalbuch eingetragen. Nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz gelten sie als Quellen und Zeugnisse, die menschliche Geschichte für die Nachwelt erlebbar und erfahrbar machen. Sie sind unter besonderen staatlichen Schutz gestellt. Das Objekt wird in der Denkmalkarte Jena mit Nr. 184 unter den Bau- und Gartendenkmalen geführt. Das Empfangsgebäude ist zum "Kulturbahnhof" umfunktioniert worden.

In der Schalterhalle (Empfangshalle), welche bis heute im Urzustand verblieb, hat Kurt Hanf seine Spuren hinterlassen. Sein riesiges Wandbild aus Alu-Bändern zeigt Figuren, welche vormals Bahnreisende in die Kernbereiche der Stadt (Universität, Zeiss und Schott) einführten. Die Halle verfügt zudem über eine außerordentliche Akustik, welche der einer Kirche ähnelt.

Im Zugangsbereich zur ehemaligen Bahnsteigunterführung ist ein weiteres kunstvolles Wandbild aus Mosaiksteinen vorhanden, welches die molekulare Struktur von Penicillin darstellt.

Im Obergeschoss befand sich vormals ein Restaurant, welches im Zusammenhang mit dem Intershop (Handel) als Delikat-Gaststätte betrieben wurde. Die dortigen Innengestaltung der Wände mit Holzverkleidung blieb erhalten. Heute befindet sich das Jazzcafe in dieser Räumlichkeit.

Im Untergeschoss des Kulturbahnhofes blieb die ehemalige Bunkeranlage der Transportpolizei erhalten. Sie ist über 100 m² groß und wurde 2011 zu einer Galerie umgestaltet.

Neben Personen und Militärgütern (für die in Jena befindelichen Kasernen und Schießplätze) wurden auch Güter nach Jena befördert und in Güterschuppen zwischengelagert. Der letzte Güterschuppen stand lange einsam und verlassen, bis er aus seinem Schlaf erweckt und komplett umgebaut wurde. Heute befinden sich ein Café und eine Tanzschule in dem Gebäude.

Fotos

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